Gebäudeenergiegesetz soll nach der Sommerpause ins Kabinett gehen

(2.5.2018) Beim 6. Bundeskongress des Dachverbands der Energieberater GIH wurde im Abschlussgespräch mit Thorsten Herdan, Abteilungsleiter Energiepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), u.a. das überfällige Gebäudeenergiegesetz (GEG) thematisiert. Demnach hat die Bundesregierung vor, das GEG nach der Sommerpause ins Kabinett zu bringen. Das GEG werde dann bis zum Ende dieses Jahres kommen, versprach Herdan dem GIH-Bundesvorsitzenden Jürgen Leppig – schon deshalb, weil spätestens dann die EU die Definition eines Niedrigstenergiegebäudes einfordern würde, die in einem solchen Gesetz vorgenommen werden soll.

Auf Leppigs Nachfrage, ob dann auch Handwerker, die 50% der GIH-Mitglieder stellen, für weitere Beratungsfelder zugelassen würden, wich Thorsten Herdan zunächst aus: „Da sind die Fragen hinsichtlich Beratern, Beratung, und welche Aufgaben man übernehmen kann, im Moment noch ungeklärt.“ Man sei „offen für Vorschläge“.

Als der  GIH-Bundesvorsitzende Leppig rhetorisch nach dem Sinn einer vermeintlichen Ausbildung fragte, oder „ob das nicht besser am Thema ‚Können’ festzumachen“ sei, ließ der Abteilungsleiter allerdings keinen Zweifel an seiner persönlichen Einstellung dazu: Die bereits erfolgte Marktöffnung für Handwerker im BAFA-Umfeld sei auf seine eigene Initiative zurückzuführen: „Ich kann all die Menschen, die Ahnung haben, aber die – aus welchen Gründen auch immer – ein Interesse auch am Geschäft haben, nicht ausklammern.“ Wer wirklich unabhängig sei in dem Sinne, dass er „keinen Kumpel hat, keinen Verwandten oder nicht Beziehungen zu dem einen oder anderen Hersteller“, sei letztlich ein „Unwissender“. Stattdessen setze er auf die Eigenverantwortung und darauf, dass der Markt die schwarzen Schafe ausfiltern werde. „Ich glaube nicht, dass auf Dauer jemand, der sich nur in die eigene Tasche berät, in diesem Geschäft Erfolg haben wird“, sagte Herdan abschließend.

sara-adelhelm